Was eine einzige Pilates-Stunde mit deinem Gleichgewicht macht (Pilates Studie 2025)

Autorin: Anna-Maria Breil (Sport- und Trainingswissenschaftlerin B.A. & zertifizierte Pilatestrainerin)

Aktualisiert am May 2, 2026

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Die Situation: Nach einer Pilatesstunde höre ich regelmäßig: „Ich fühle mich aufrechter“ oder „Mein Körper fühlt sich richtig gut an.“ Gleichzeitig sagen mir dieselben Menschen: „Pilates wirkt ja erst nach Wochen richtig, oder?“ Die Frage: Was stimmt nun? Spüren Menschen nur ein diffuses Wohlgefühl – oder passiert bereits nach einer Stunde etwas Messbares mit ihrem Gleichgewicht? Meine Untersuchung: Um das herauszufinden, habe ich für meine Bachelorarbeit in Sportwissenschaften im Herbst 2025 zwei Studien durchgeführt:

  • Eine Online-Umfrage mit 236 Teilnehmenden: Was glauben Menschen, wann Pilates auf das Gleichgewicht wirkt?
  • Eine Messstudie in meinem Pilatesstudio mit 24 Personen: Was passiert objektiv messbar nach nur einer 50-minütigen Pilatesstunde?

Das Ergebnis: Die Diskrepanz zwischen Erwartung und Realität war frappierend. Und sie hat wichtige Konsequenzen – nicht nur für deine Motivation, mit Pilates anzufangen, sondern auch für die Sturzprävention im Alter. Warum Gleichgewicht? Weil es eine der am meisten unterschätzten Fähigkeiten unseres Körpers ist. Du brauchst es nicht nur beim Sport, sondern jeden Tag: beim Treppensteigen, beim Schuhe anziehen auf einem Bein, beim Bücken. Im Alter entscheidet gutes Gleichgewicht über Selbstständigkeit oder Pflegebedürftigkeit. Stürze sind eine Hauptursache für Verletzungen bei älteren Menschen – viele davon vermeidbar durch gezieltes Training.

Was dich in diesem Artikel erwartet:

  • Was die Wissenschaft über Pilates und Gleichgewicht sagt
  • Wie 236 Menschen die Wirkung von Pilates einschätzen – und wo sie sich täuschen
  • Die Ergebnisse meiner Messreihe: Was eine einzige Stunde wirklich bewirkt
  • Warum du nicht bis 60 warten solltest, um mit Gleichgewichtstraining zu beginnen
  • Was das konkret für dein Training bedeutet

Lass uns mit einer grundlegenden Frage beginnen: Warum ist Gleichgewicht überhaupt so wichtig?

Wissenschaftlich Interessierte können sich hier die Studienergebnisse als Überblick (Präsentation) oder im Detail als Konzeptpapier herunter laden.

Gleichgewicht ist wichtiger als du ahnst

Wenn ich in meinen Kursen das Thema Gleichgewicht anspreche, sehe ich oft fragende Gesichter. „Gleichgewicht? Ich kann nicht gut auf einem Bein stehen. Warum sollte ich das trainieren?“

Die Antwort ist simpel: Weil Gleichgewicht weit mehr ist als nur auf einem Bein stehen zu können.

Dynamisches Gleichgewicht ist die Fähigkeit, deinen Körperschwerpunkt während einer Bewegung zu kontrollieren. Jedes Mal, wenn du eine Treppe hinaufsteigst, verlagerst du dein Gewicht von einem Bein aufs andere – und dein Körper muss in diesem Moment stabil bleiben. Wenn du dich beim Schuhe anziehen auf einem Bein balancierst. Wenn du schnell einen Schritt zur Seite machst, um jemandem Platz zu machen. Wenn du dich nach vorne beugst, um etwas vom Boden aufzuheben. All das ist dynamisches Gleichgewicht.

Anders als das statische Gleichgewicht – bei dem du einfach nur stillstehst – ist das dynamische Gleichgewicht ständig gefordert. Es ist das, was deinen Alltag sicher macht. Und es ist trainierbar, in jedem Alter.

Pilates-Anna in Balance in einer Standwaage am Strand

Die unterschätzte Gefahr: Stürze im Alter

Die Zahlen sind alarmierend: Stürze zählen zu den häufigsten Ursachen für Verletzungen bei älteren Menschen. Viele dieser Stürze könnten verhindert werden – durch ein besseres Gleichgewicht. Wenn du im höheren Alter stürzt, kann das weitreichende Folgen haben: gebrochene Knochen, lange Reha-Zeiten, Verlust von Selbstständigkeit. Manchmal sogar dauerhafte Pflegebedürftigkeit.

Aber – und das ist die gute Nachricht – du kannst vorbeugen. Gleichgewichtstraining ist eine der wirksamsten Maßnahmen zur Sturzprävention. Und es ist nie zu früh, damit anzufangen. Denn die Prozesse, die unser Gleichgewicht beeinflussen, beginnen schon früh.

Was passiert mit dem Gleichgewicht im Laufe des Lebens?

Bereits ab dem 20. Lebensjahr beginnen Veränderungen in unserem Körper, die das Gleichgewicht beeinflussen können. Die Muskulatur baut langsam ab – vor allem, wenn wir sie nicht aktiv trainieren. Besonders betroffen sind die schnellen Muskelfasern, die für präzise, reaktive Bewegungen wichtig sind. Gleichzeitig werden die Nervenbahnen langsamer. Die Informationen, die dein Körper über seine Position im Raum erhält – durch die Augen, das Gleichgewichtsorgan im Ohr, die Sensoren in Muskeln und Gelenken – kommen verzögert an. Deine Reaktion auf ein Stolpern wird langsamer.

Auch die Körperwahrnehmung lässt nach. Die sogenannte Propriozeption – deine Fähigkeit zu spüren, wo sich deine Gelenke und Gliedmaßen im Raum befinden – wird ungenauer. Du merkst nicht mehr so schnell, wenn du das Gleichgewicht verlierst.

Das klingt jetzt vielleicht abstrakt und beunruhigend. Aber hier kommt der entscheidende Punkt: All diese Prozesse lassen sich verlangsamen, teilweise sogar umkehren. Durch gezieltes (Pilates)Training.

Warum Pilates das ideale Gleichgewichtstraining ist

Pilates vereint genau die Elemente (= die Grundprinzipien des Pilates), die für gutes Gleichgewicht entscheidend sind:

Core-Stabilität: Die tiefe Rumpfmuskulatur – der Transversus abdominis, die schrägen Bauchmuskeln, die kleinen Muskeln entlang der Wirbelsäule – bildet das Fundament für jede Bewegung. Wenn dein Rumpf stabil ist, hast du eine solide Basis, von der aus du dich bewegen kannst. Studien zeigen, dass Pilates diese Tiefenmuskulatur besonders effektiv aktiviert.

Propriozeption: Pilates schult deine Körperwahrnehmung. Bei jeder Übung spürst du genau hin: Wie steht mein Becken? Wo sind meine Schultern? Wie verteilt sich mein Gewicht? Diese ständige Aufmerksamkeit für deinen Körper verbessert die propriozeptive Wahrnehmung – und damit deine Fähigkeit, das Gleichgewicht zu halten.

Pilatespose im Einbeinstand

Kontrollierte Bewegung: Im Pilates geht es nicht um schnelle, ruckartige Bewegungen, sondern um Präzision und Kontrolle. Du lernst, Bewegungen bewusst zu steuern, dein Gewicht kontrolliert zu verlagern. Genau diese Kontrolle brauchst du im Alltag – beim Treppensteigen, beim Bücken, beim Aufstehen aus einem Stuhl.

Kraft und Beweglichkeit: Pilates kräftigt die Muskulatur der unteren Extremitäten – die Beine, die Füße, die Hüftmuskulatur. Gleichzeitig verbessert es die Beweglichkeit in den Gelenken. Beides sind wichtige Faktoren für ein stabiles Gleichgewicht.

Die Theorie sagt also ganz klar: Pilates sollte das Gleichgewicht verbessern. Aber die entscheidende Frage war für mich: Wie schnell passiert das? Muss man monatelang trainieren, oder zeigen sich Effekte schon früher?

Um das herauszufinden, habe ich es in der großen Pilatesstudie 2025 in meinem Pilatesstudio Oberhausen gemessen. Aber zuerst wollte ich wissen: Was denken die Menschen eigentlich selbst darüber?

Was denkt die Bevölkerung über Pilates und Gleichgewicht?

Um zu verstehen, wie Menschen die Wirkung von Pilates auf das Gleichgewicht einschätzen, habe ich eine Online-Umfrage durchgeführt. 236 Personen haben mitgemacht – von 18 bis 78 Jahren, mit und ohne Pilateserfahrung. Die Ergebnisse waren in einem Punkt eindeutig – und in einem anderen überraschend.

Die gute Nachricht: Pilates hat ein starkes Image

Auf einer Skala von 1 bis 5 sollten die Teilnehmenden bewerten, wie sehr sie der Aussage zustimmen: „Pilates verbessert das Gleichgewicht.“ Der Durchschnittswert lag bei 4,57 – das ist fast an der Spitze der Skala. Die meisten Menschen sind also überzeugt: Ja, Pilates wirkt auf das Gleichgewicht.

Das freut mich natürlich als Pilatestrainerin. Aber es hat mich auch neugierig gemacht: Wie bewerten die Menschen andere Wirkungen von Pilates? Sehen sie das Gleichgewicht als besonders wichtig an, oder reiht es sich eher ein in eine Liste von Effekten?

Also habe ich zusätzlich neun weitere Wirkungsbereiche abgefragt: Rumpfkraft, Körperwahrnehmung, Beweglichkeit, Stressabbau, Körperhaltung, Lebensqualität, Rückenschmerzen, Atmung und allgemeine Fitness.

Das Ergebnis: Alle Bereiche wurden positiv bewertet. Sehr positiv sogar. Die Werte lagen zwischen 4,24 und 4,60. Das zeigt: Menschen sehen Pilates als ganzheitliche Trainingsmethode mit vielen verschiedenen Effekten.

Und wo steht das Gleichgewicht in dieser Liste? Auf Platz 2 – direkt nach der Rumpfkraft und gleichauf mit der Körperwahrnehmung. Die drei bilden quasi das Kerntrio dessen, wofür Pilates steht. Das finde ich bemerkenswert. Das Gleichgewicht wird nicht als Nebeneffekt wahrgenommen, sondern als eine der zentralen Wirkungen.

Ranking der wahrgenommenen Wirkungen durch Pilates auf:

  1. Platz: Rumpfkraft: M = 4,60 (höchste Bewertung)
  2. Platz: Gleichgewicht: M = 4,57 
  3. Platz: Körperwahrnehmung: M = 4,57
  4. Platz: Beweglichkeit: M = 4,56
  5. Platz: Stressabbau: M = 4,56
  6. Platz: Körperhaltung: M = 4,53
  7. Platz: Lebensqualität: M = 4,49
  8. Platz: Rückenschmerzen: M = 4,47
  9. Platz: Atmung: M = 4,29
  10. Platz: Fitness: M = 4,24 (niedrigste Bewertung)

M = Mittelwert der Antworten

Auf einer Skala von 1-5 ist 3 die Mitte. Alle Aspekte wurden nah beieinander sehr hoch eingestuft.

 

Die Überraschung: Die Zeitfrage

Jetzt kommt der spannende Teil. Ich habe die Teilnehmenden gefragt: Wann erwartest du positive Effekte auf das Gleichgewicht durch Pilates?

Die Antwortmöglichkeiten waren:

  • Nach einer einzelnen Stunde
  • Nach wenigen Wochen
  • Nach ca. 3 Monaten
  • Nach 6 Monaten oder länger
  • Ich glaube nicht an positive Effekte

Und jetzt rate mal: Wie viele Menschen haben „nach einer einzelnen Stunde“ angekreuzt?

Ganze 9 von 236. Das sind gerade mal 3,8 Prozent.

Die große Mehrheit – 96,2 Prozent – geht davon aus, dass es mehrere Wochen oder sogar Monate braucht, bis Pilates das Gleichgewicht verbessert. Die häufigste Antwort war „nach wenigen Wochen“ (knapp 52 Prozent), gefolgt von „nach ca. 3 Monaten“ (etwa 30 Prozent).

Das hat mich überrascht. Nicht, weil ich dachte, alle würden an sofortige Wunder glauben. Sondern weil dieser Befund so gar nicht zu dem passt, was ich im Studio erlebe. Die Menschen spüren doch etwas nach der ersten Stunde. Viele berichten davon. Aber sie führen es offenbar nicht auf eine Verbesserung des Gleichgewichts zurück.

Balkendiagramm: Wann erwartest du positive Effekte auf das Gleichgewicht durch Pilates

Was steckt hinter dieser Erwartung?

Ich vermute, es hat mit dem Image von Pilates zu tun. Viele denken bei Pilates an Dehnung, an Entspannung, an langsame, sanfte Bewegungen. Das ist ja auch nicht falsch – Pilates ist sanft. Aber sanft bedeutet nicht unwirksam. Im Gegenteil: Gerade die präzisen, kontrollierten Bewegungen aktivieren Muskulatur und Körperwahrnehmung auf eine Art, die durchaus unmittelbare Effekte haben kann.

Ein anderer Grund könnte sein, dass Menschen generell skeptisch sind gegenüber schnellen Erfolgen. Wir alle kennen die Versprechen aus der Fitnessindustrie: „In 4 Wochen zum Sixpack!“ oder „10 Kilo abnehmen in 2 Wochen!“. Solche Versprechen sind meistens unseriös. Kein Wunder also, dass Menschen vorsichtig geworden sind. Langfristige, kontinuierliche Arbeit wird als realistischer angesehen – und das ist grundsätzlich auch richtig.

Aber es gibt einen Unterschied zwischen langfristigen Trainingszielen und akuten Effekten. Ja, wenn du deine Rumpfkraft dauerhaft verbessern willst, brauchst du regelmäßiges Training über Wochen und Monate. Aber das bedeutet nicht, dass nicht schon die erste Stunde etwas bewirken kann.

Erfahrung macht keinen Unterschied

Ein Detail hat mich noch interessiert: Unterscheiden sich die Erwartungen zwischen Menschen mit und ohne Pilateserfahrung? Schätzen erfahrene Praktizierende die Wirkung vielleicht anders ein?

Kurze Antwort: Nein. Auch Menschen, die schon seit Monaten oder Jahren Pilates machen, erwarten in der großen Mehrheit keine Effekte nach nur einer Stunde. Die praktische Erfahrung verändert die Erwartungshaltung in diesem Punkt nicht.

Das finde ich bemerkenswert – und es zeigt, wie tief diese Überzeugung sitzt. Selbst wer regelmäßig Pilates macht und vermutlich schon öfter nach einer Stunde ein besseres Körpergefühl gespürt hat, verbindet das nicht automatisch mit einer messbaren Verbesserung des Gleichgewichts.

Die Frage, die sich daraus ergibt

Diese Umfrage hat mir eines klar gemacht: Es gibt eine Lücke zwischen dem, was Menschen erwarten, und dem, was möglicherweise tatsächlich passiert.

Fast alle sind überzeugt, dass Pilates das Gleichgewicht verbessert. Aber fast alle glauben auch, dass das Zeit braucht – mehrere Wochen, wenn nicht Monate. Nur eine verschwindend kleine Minderheit erwartet Effekte nach einer einzelnen Stunde.

Die entscheidende Frage ist also: Liegen die 96,2 Prozent richtig? Oder unterschätzen wir systematisch, wie schnell Pilates wirken kann?

Um das herauszufinden, musste ich messen. Und genau das habe ich getan.

Meine Studie im Pilatesstudio – So habe ich gemessen

Samstag, 22. November 2025, 9 Uhr morgens. Mein Studio ist voll. 24 Menschen sind gekommen – manche aus meinen regulären Kursen, andere haben über die Zeitung oder Radio Oberhausen von der Studie erfahren. Die Jüngste ist 23, die Älteste 71 Jahre alt. Manche machen seit Jahren Pilates, andere haben noch nie eine Matte betreten.

Sie alle sind hier, weil sie neugierig sind. Und weil sie mir helfen wollen, eine Frage zu beantworten: Kann eine einzige Pilatesstunde das Gleichgewicht messbar verbessern?

Interview bei Radio Oberhausen

Hast du es gehört? Bei Radio Oberhausen gab es Interview zur Studie und einen Aufruf zur Studie. Hier kannst du den Mitschnitt hören:

Mitschnitt Interview Pilates-Anna mit Radio Oberhausen
Interview bei Radio Oberhausen
Balkendiagramm mit Normalverteilungskurve: Altersstruktur der Teilnehmer der Pilatesstudie 2025
Balkendiagramm: Geschlechtsverteilung der Teilnehmer der Pilatesstudie 2025
Balkendiagramm: Pilateserfahrung der Teilnehmer der Pilatesstudie 2025
Balkendiagramm: Allgemeine sportliche Aktivität der Teilnehmer der Pilatesstudie 2025

Der Y-Balance-Test – Was wird hier eigentlich gemessen?

Bevor ich erkläre, was wir an diesem Tag gemacht haben, muss ich kurz auf den Test eingehen, den ich verwendet habe: den Y-Balance-Test, kurz YBT.

Der YBT ist ein standardisierter Test für dynamisches Gleichgewicht. Er funktioniert so: Du stehst auf einem Bein. Mit dem anderen Bein schiebst du ein Element auf dem Boden so weit wie möglich in drei verschiedene Richtungen – nach vorne, schräg hinten zur Mitte und schräg hinten zur Seite. Dabei musst du die ganze Zeit das Gleichgewicht halten, kontrolliert zurückkommen und deine Hände an der Hüfte lassen.

Gemessen wird, wie weit du das Element schieben kannst. Je weiter, desto besser deine Kontrolle, deine Kraft, deine Beweglichkeit und dein Gleichgewicht. Die drei Reichweiten werden zusammengerechnet und an deiner Beinlänge normiert – so entsteht der sogenannte Composite Score.

Warum genau dieser Test? Weil er sehr sensibel auf kurzfristige Veränderungen reagiert. Wenn sich nach einer Stunde etwas verbessert – sei es die neuromuskuläre Ansteuerung, die Körperwahrnehmung oder die Mobilität in der Hüfte – dann zeigt der YBT das an. Er gilt in der Wissenschaft als zuverlässiges Instrument für dynamisches Gleichgewicht und wird häufig in Studien verwendet.

Setup Y Balance Test - YBT

Der Ablauf – Von der Vermessung bis zum Retest

Der Tag begann mit Vermessungen. Jede Person legte sich auf den Rücken, und ich habe ihre Beinlänge gemessen – vom Beckenknochen bis zum Innenknöchel. Das klingt simpel, ist aber wichtig: Die Beinlänge dient später als Bezugsgröße für die Reichweiten.

Beinlängenvermessung Pilatesstudie 2025: Anna vermisst bei einer teilnehmerin im Liegen die Beinlänge. Teilnehmerin liegt am Boden. Bandmaß geht von Hüfte bis Fußknöchel

Dann kam der erste Test. Jede Person durfte sich erst einmal mit dem Testaufbau vertraut machen – üben, ausprobieren, ein Gefühl dafür bekommen. Das war wichtig, denn der Test sollte ja nicht die Lernkurve messen, sondern die Veränderung durch die Pilatesstunde.

Nach der Übungsphase wurde es ernst: Jede Person machte pro Bein und pro Richtung zwei gültige Versuche. Das klingt einfach, ist es aber nicht. Du musst das Standbein stabil halten, das Spielbein kontrolliert führen, nicht das Gleichgewicht verlieren, nicht den Boden berühren, nicht die Hände von der Hüfte nehmen. Viele mussten Versuche wiederholen, weil sie gewackelt haben oder das Schiebeelement losgelassen haben. Das gehört dazu.

Durchführung YBT Pilatesstudie 2025: Ein mann schiebt barfuß mit dem Fuß das schiebelement in verschiedene Richtungen und steht dabei auf einem bein

Die Werte wurden in vorgefertigte Messprotokolle notiert. Jetzt hatte ich die Ausgangsdaten.

Dann kam die eigentliche Pilatesstunde.

Die Pilatesstunde – Was haben wir gemacht?

Die Übungsauswahl war kein Zufall. Ich habe mir vorher genau überlegt: Welche Muskeln und Bewegungen sind beim Y-Balance-Test gefordert? Und wie kann ich die in 50 Minuten gezielt aktivieren, ohne die Teilnehmenden zu ermüden?

Die Antwort: Eine ausgewogene Mischung aus Mobilisation, Kräftigung und Balance – mit Fokus auf Rumpf, Hüfte, Beine und Füße.

Wir begannen im Stand mit Isolationsbewegungen. Kopf, Schultern, Füße – alles einzeln bewegen, die Aufmerksamkeit lenken. Dann der klassische Roll Down and Up: Die Wirbelsäule Wirbel für Wirbel abrollen, bewusst wahrnehmen, wieder aufrichten. Eine schöne Aufwärmung und gleichzeitig Training für die Rumpfkontrolle.

Es folgten Beckenbewegungen – vor und zurück kippen, kreisen lassen. Erst auf beiden Beinen, dann im Einbeinstand. Schon hier merkten einige, wie sehr ihr Gleichgewicht gefordert war. Standing Leg Lift, bei dem das Bein angehoben und kontrolliert gesenkt wird. Heel Raise to Single Leg Balance – auf die Zehenspitzen gehen und dann auf einem Bein balancieren.

Blick in den Kursraum Pilatesstudie 2025

Dann ging es auf die Matte. Cat and Cow im Vierfüßlerstand, kombiniert mit einer Drehung des Oberkörpers. Swimming in Bauchlage, bei dem Arme und Beine abwechselnd angehoben werden – herrlich für die Rückenmuskulatur. Planks im Vierfüßlerstand für die Core-Stabilität.

Im Langsitz kam der Spine Twist – Drehungen der Wirbelsäule, die Beweglichkeit fördern. In Rückenlage Leg Circles – das Bein kreisen lassen, die Hüftmobilität verbessern. Und die Single Leg Bridge, bei der das Becken angehoben wird, während ein Bein in der Luft ist. Eine wunderbare Übung für Gesäß, Oberschenkelrückseite und Rumpfstabilität.

Zum Abschluss kamen wir wieder in den Stand. Standing Leg Reach – das Bein nach vorne, zur Seite, nach hinten strecken, dabei stabil bleiben. Dynamic Lunge with Rotation – ein Ausfallschritt mit Oberkörperdrehung. Und ganz am Ende: bewusstes Atmen. Ankommen, spüren, den Körper wahrnehmen.

Die Stunde war fordernd, aber nicht überfordernd. Niemand sollte erschöpft sein – nur aktiviert. Das Ziel war, die neuromuskuläre Ansteuerung anzuregen, die Körperwahrnehmung zu schärfen, die Gelenke zu mobilisieren.

Du möchtest diese Stunde selbst ausprobieren? Genau diese Trainingseinheit aus der Studie habe ich als Video Workout aufgenommen. So kannst du die wissenschaftlich getestete Pilatesstunde zu Hause nachmachen und sicher gehen, dass sie positiv auf dein Gleichgewicht wirkt. [Zum Video Workout „Balance“]

Original Pilates-Workout aus der Studie – hier als Video-Workout

Titelbild Video Workout "Balance"

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Und dann: Der Retest

Direkt nach der Stunde ging es zurück zum Test. Gleicher Aufbau, gleiche Durchführung. Wieder drei Richtungen, wieder pro Bein, wieder zwei gültige Versuche.

Ich muss gestehen: Ich war gespannt. Ich hatte eine Vermutung, dass sich etwas zeigen würde. Aber würde es messbar sein? Würde die Statistik das bestätigen, was ich aus der Praxis kenne?

Die Teilnehmenden selbst waren unterschiedlich. Manche sagten: „Ich fühle mich irgendwie zentrierter.“ Andere: „Ich weiß nicht, ob ich besser bin, meine Beine sind wackeliger.“ Wieder andere waren einfach neugierig auf ihre Werte.

Die Daten wurden erfasst, die Teilnehmenden verabschiedet. Jetzt begann die eigentliche Arbeit: die Auswertung.

Und die hatte es in sich.

Das Ergebnis – Der wissenschaftliche Beweis

Die Wochen nach dem Testtag waren intensiv. Ich saß vor meinem Computer, habe Zahlen eingegeben, Formeln geprüft, statistische Tests durchgeführt. Immer wieder. Denn bei Wissenschaft geht es nicht um Bauchgefühl, sondern um harte Fakten.

Die zentrale Frage war: Hat sich das Gleichgewicht der Teilnehmenden nach der Pilatesstunde messbar verbessert?

Die klare Antwort: Ja.

Der durchschnittliche Composite Score – also der Wert, der aus allen drei Reichweiten beider Beine berechnet wird – lag vor der Pilatesstunde bei 90,62 Prozent. Nach der Stunde bei 92,46 Prozent. Das entspricht einer Verbesserung von 1,84 Prozentpunkten.

Mittelwerte des Composite Score im YBT in der Pilatesstudie 2025

Jetzt denkst du vielleicht: 1,84 Prozentpunkte? Klingt nicht nach viel.

Aber lass mich das einordnen: Bei einem Test wie dem Y-Balance-Test, der sehr sensibel auf Veränderungen reagiert, ist das eine relevante Verbesserung. Und statistisch signifikant war sie auch. Das bedeutet: Die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Ergebnis reiner Zufall ist, liegt unter 3 Prozent. In der Wissenschaft gilt das als solider Beweis.

Die Effektstärke – ein Maß dafür, wie groß der Effekt tatsächlich ist – lag bei Cohen’s d = 0,41. Das wird als kleiner bis mittlerer Effekt eingestuft. Für eine einzelne 50-minütige Trainingseinheit ist das beachtlich.

 

Und was ist mit dem Ausgangsniveau?

Eine wichtige Frage war: Profitieren alle gleichermaßen, oder macht es einen Unterschied, wie gut oder schlecht dein Gleichgewicht schon vor der Studie ist?

Die Antwort: Das Ausgangsniveau spielt keine entscheidende Rolle. Menschen mit bereits gutem Gleichgewicht verbesserten sich genauso wie Menschen mit schwächeren Ausgangswerten. Statisch gesehen gab es sogar eine leichte Tendenz, dass Menschen mit niedrigerem Ausgangsniveau sich etwas stärker verbesserten – aber dieser Effekt war zu gering, um bedeutsam zu sein.

Praktisch bedeutet das: Egal, auf welchem Level du startest – die Pilatesstunde wirkt. Du musst kein Profi sein, um zu profitieren. Und du kannst auch als Fortgeschrittener noch Verbesserungen erzielen.

Alter, Geschlecht, Erfahrung – spielt das eine Rolle?

Ich habe zusätzlich untersucht, ob bestimmte Personengruppen stärker profitieren als andere. Macht es einen Unterschied, ob du 20 oder 70 Jahre alt bist? Ob du männlich oder weiblich bist? Ob du schon jahrelang Pilates machst oder zum ersten Mal auf der Matte stehst?

Die kurze Antwort: Nein, statistisch gesehen nicht.

Es gab zwar deskriptive Unterschiede – also kleine Tendenzen in den Daten. Zum Beispiel verbesserten sich Menschen mit mehr als sechs Monaten Pilateserfahrung im Schnitt etwas stärker als Anfänger. Aber diese Unterschiede waren nicht groß genug, um statistisch signifikant zu sein.

Das liegt allerdings auch an der Stichprobengröße. Mit nur 24 Personen – und dann noch aufgeteilt in verschiedene Untergruppen – ist die statistische Power begrenzt. Es könnte durchaus sein, dass es bei einer größeren Gruppe deutlichere Unterschiede geben würde. Aber mit den vorliegenden Daten kann ich sagen: Die Pilatesstunde wirkt über verschiedene Altersgruppen, Geschlechter und Erfahrungslevel hinweg. 

Fazit: Erkenntnisse aus der Pilatesstudie 2025

R

Das dynamische Gleichgewicht stärkt sich bereits nach einer 50minütigen Pilatesstunde signifikant.

R

Das Ausgangsniveau, d.h. wie gut dein Gleichgewicht vorher war, ist nicht entscheidend, alle profitieren.

R

Bei im allgemein mittlerer und hoher sportlicher Aktivität profitierst du am meisten.

r

Pilates wirkt über verschiedene Altersgruppen, Geschlechter und Erfahrungslevel hinweg positiv auf das Gleichgewicht

Was bedeutet das konkret für dich?

Diese Verbesserung von knapp 2 Prozentpunkten im Composite Score klingt abstrakt. Aber was heißt das für den Alltag?

Es bedeutet: Deine Stabilität beim Gehen ist besser. Deine Kontrolle über deinen Körper ist präziser. Deine Reaktion, wenn du das Gleichgewicht verlierst – zum Beispiel beim Stolpern – ist schneller und koordinierter. Es ist nicht so, dass du nach einer Stunde plötzlich auf einem Seil balancieren kannst. Aber es ist der Beginn eines Prozesses. Dein neuromuskuläres System wurde aktiviert. Deine Propriozeption – also deine Fähigkeit, deinen Körper im Raum wahrzunehmen – ist geschärft. Deine Muskulatur ist angesprochen.

Und das Beste: Dieser Prozess beginnt sofort. Nicht nach Wochen. Nicht nach Monaten. Sondern nach 50 Minuten.

Die Diskrepanz – Warum unterschätzen wir Pilates?

Jetzt wird es spannend. Denn wenn wir die beiden Studien – die Umfrage und die Messung – zusammenbringen, zeigt sich ein faszinierendes Bild.

Die Übereinstimmung: Pilates wirkt

Beide Studien kommen zum gleichen Schluss: Ja, Pilates verbessert das Gleichgewicht. Die 236 Menschen in der Umfrage bewerteten die Wirksamkeit mit durchschnittlich 4,57 von 5 Punkten. Die 24 Menschen im Studio zeigten eine messbare, signifikante Verbesserung ihres Gleichgewichts. In diesem Punkt gibt es keine Diskrepanz. Menschen liegen richtig, wenn sie sagen: Pilates ist gut fürs Gleichgewicht.

Die Diskrepanz: Wann wirkt Pilates?

Hier wird es interessant. Denn während fast alle Menschen glauben, dass Pilates wirkt, glauben nur 3,8 Prozent, dass eine einzelne Stunde ausreicht, um messbare Effekte zu erzielen. 96,2 Prozent gehen davon aus, dass es Wochen oder Monate braucht.

Und genau hier liegt die systematische Unterschätzung.

Die Interventionsstudie zeigt eindeutig: Eine einzelne 50-minütige Pilatesstunde führt zu signifikanten Verbesserungen des dynamischen Gleichgewichts. Nicht nach Wochen. Nicht nach Monaten. Sondern sofort.

Das bedeutet nicht, dass eine Stunde ausreicht, um dein Gleichgewicht dauerhaft und umfassend zu verbessern. Natürlich braucht es regelmäßiges Training, um stabile, langfristige Effekte zu erzielen. Aber der Trainingsprozess beginnt nicht erst nach der zehnten Stunde. Er beginnt mit der ersten.

Warum diese Unterschätzung?

Ich habe lange darüber nachgedacht, warum diese Diskrepanz existiert. Warum unterschätzen selbst erfahrene Pilates-Praktizierende die akuten Effekte?

Ein Grund könnte das Image von Pilates sein. Viele Menschen assoziieren Pilates mit Entspannung, mit sanften Bewegungen, mit Dehnung. Das stimmt ja auch – Pilates ist sanft, kontrolliert, präzise. Aber sanft bedeutet eben nicht unwirksam. Im Gegenteil: Gerade die bewusste, präzise Ausführung aktiviert das neuromuskuläre System auf eine Weise, die durchaus unmittelbare Effekte haben kann.

Ein anderer Grund könnte Skepsis gegenüber schnellen Erfolgen sein. Wir alle kennen die unseriösen Versprechen der Fitnessindustrie: „In 4 Wochen zur Traumfigur!“ Solche Versprechen haben uns vorsichtig gemacht. Wir misstrauen allem, was zu schnell und zu einfach klingt. Und das ist grundsätzlich auch gut so.

Aber es gibt einen Unterschied zwischen unrealistischen Versprechungen und messbaren akuten Effekten. Niemand behauptet, dass eine Pilatesstunde dich in einen Gleichgewichtskünstler verwandelt. Aber sie setzt einen Prozess in Gang. Sie aktiviert. Sie verbessert. Und das ist messbar.

Pilates Anna in Standwaage im Kursraum im Wenderfeld in Mülheim

Warum jedes Alter der richtige Zeitpunkt ist

Hier möchte ich einen wichtigen Punkt ansprechen, der oft übersehen wird: Gleichgewichtstraining ist nicht nur etwas für Menschen über 60. Es ist keine Notfallmaßnahme, die man erst ergreift, wenn die körperlichen Abbauprozesse bereits Fahrt aufgenommen haben.

Die Forschung zeigt: Muskuläre Alterungsprozesse beginnen bereits ab dem 20. Lebensjahr. Das klingt dramatisch, aber es ist eine normale physiologische Tatsache. Unsere Muskulatur, unser Nervensystem, unsere Körperwahrnehmung – all das unterliegt einem natürlichen Alterungsprozess.

Zwischen dem 20. und 70. Lebensjahr verlieren wir durchschnittlich 20 bis 40 Prozent unserer Muskelmasse – hauptsächlich durch Inaktivität. Die Nervenleitgeschwindigkeit wird langsamer. Die Propriozeption, also unsere Fähigkeit, Gelenkstellungen und Bewegungen wahrzunehmen, wird ungenauer. All das hat direkten Einfluss auf unser Gleichgewicht.

Aber – und das ist die gute Nachricht – diese Prozesse sind nicht in Stein gemeißelt. Sport, insbesondere koordinatives Training wie Pilates, kann diese Alterungsprozesse verlangsamen, teilweise sogar umkehren.

Der Schlüssel liegt in der Prävention. Wenn du mit 30, 40 oder 50 Jahren beginnst, dein Gleichgewicht zu trainieren, baust du ein Fundament auf. Du verzögerst den Abbau. Du erhältst deine Körperkontrolle. Und wenn dann im höheren Alter die natürlichen Alterungsprozesse stärker werden, startest du von einem viel höheren Niveau.

Es ist wie mit einem Sparkonto: Je früher du anfängst einzuzahlen, desto mehr hast du später zur Verfügung. Nur dass es hier nicht um Geld geht, sondern um Mobilität, Selbstständigkeit und Lebensqualität.

Was bedeutet das für die Motivation?

Diese Erkenntnis hat praktische Bedeutung. Denn wenn Menschen wissen, dass bereits die erste Stunde wirkt, könnte das die Motivation erhöhen, überhaupt anzufangen.

Stell dir vor, du überlegst, mit Pilates zu beginnen, bist dir aber unsicher. Du denkst: „Ich muss das wahrscheinlich monatelang machen, bevor ich überhaupt etwas merke.“ Das kann abschrecken. Es fühlt sich nach einer großen Verpflichtung an, nach einem langen Weg, bevor Ergebnisse sichtbar werden.

Aber wenn du weißt: „Die erste Stunde bringt schon etwas. Mein Gleichgewicht wird besser. Ich spüre meinen Körper anders. Der Trainingsprozess beginnt sofort“ – nicht nur für das Gleichgewicht, sondern auch für deine Körperhaltung, deine Beweglichkeit und dein Wohlbefinden (was ich ebenfalls in einer Pilates-Studie 2024 nachgewiesen habe) dann ist die Hürde niedriger. Dann fühlt es sich nach einer realistischen, erreichbaren Entscheidung an.

Besonders relevant ist das für die Sturzprävention. Wenn Menschen wissen, dass schon wenige Stunden einen Unterschied machen können, sind sie vielleicht eher bereit, ein Gleichgewichtstraining zu beginnen. Und zwar nicht erst mit 70, wenn das Sturzrisiko bereits erhöht ist, sondern schon früher – als Investition in die eigene Zukunft.

Was bleibt?

Diese Diskrepanz zwischen Wahrnehmung und Realität ist kein Zeichen dafür, dass Menschen falsch liegen. Im Gegenteil: Die Skepsis gegenüber schnellen Versprechen ist gesund. Die Überzeugung, dass kontinuierliches Training wichtig ist, ist richtig.

Aber wir sollten uns bewusst machen: Der Anfang zählt. Die erste Stunde zählt. Nicht als Wundermittel, sondern als Startpunkt. Als erster Schritt in einem Prozess, der sich lohnt. Und dieser erste Schritt ist in jedem Alter sinnvoll – nicht erst, wenn die ersten Gleichgewichtsprobleme auftreten, sondern als präventive Investition in deine Gesundheit und Mobilität.

Und vielleicht – vielleicht hilft diese Erkenntnis dem ein oder anderen, diesen ersten Schritt zu machen.

Pilates Anna im Pilatesstudio Selfi

Was bedeutet das für dich? – Praktische Schlussfolgerungen

Jetzt fragst du dich vielleicht: Was heißt das alles konkret für mich? Was nehme ich aus dieser Studie mit?

Die ermutigende Botschaft: Der Anfang lohnt sich – sofort

Das Wichtigste zuerst: Du musst nicht monatelang warten, um Effekte zu spüren. Bereits die erste Pilatesstunde kann dein Gleichgewicht messbar verbessern. Das ist keine leere Versprechung, sondern wissenschaftlich belegt. Das bedeutet: Wenn du überlegst, mit Pilates anzufangen – tu es. Die Hürde ist niedriger, als du denkst. Du musst dich nicht auf einen langen Weg ohne sichtbare Ergebnisse einstellen. Der Trainingsprozess beginnt sofort. Dein kostenloses Probetraining bei mir (online oder vor Ort im Pilatesstudio Oberhausen) ist nur einen klick entfernt. Und wenn du bereits Pilates machst: Du kannst dir sicher sein, dass jede einzelne Stunde zählt. Nicht nur langfristig, sondern auch unmittelbar. Dein Körper reagiert. Dein neuromuskuläres System wird aktiviert. Deine Körperwahrnehmung wird geschärft.

Regelmäßigkeit macht den Unterschied

Gleichzeitig – und das ist wichtig – bedeutet eine Verbesserung nach einer Stunde nicht, dass du danach aufhören kannst. Die akuten Effekte sind der Anfang, nicht das Ende. Um dein Gleichgewicht dauerhaft zu verbessern, um Stürze im Alter zu verhindern, um deine Mobilität langfristig zu erhalten, brauchst du regelmäßiges Training. Die gute Nachricht: Jede Stunde wirkt. Die noch bessere Nachricht: Die Effekte addieren sich. Denk an Pilates wie an das Zähneputzen. Einmal putzen hilft – aber die langfristige Wirkung entsteht durch die Wiederholung. Genauso ist es mit deinem Gleichgewicht. Eine Stunde aktiviert. Regelmäßiges Training stabilisiert und verbessert dauerhaft.

Für jeden geeignet – in jedem Alter, auf jedem Level

Ein weiteres Ergebnis der Studie hat mich besonders gefreut: Die Verbesserungen waren unabhängig von Alter, Geschlecht und Ausgangsniveau. Das bedeutet: Ob du 25 oder 75 Jahre alt bist – Pilates wirkt auf dein Gleichgewicht. Ob du bereits fit bist oder gerade erst mit Bewegung beginnst – du profitierst. Ob du schon jahrelang Pilates machst oder zum ersten Mal auf die Matte gehst – dein Gleichgewicht wird besser. Das macht Pilates zu einer inklusiven Trainingsform. Du brauchst keine Vorkenntnisse. In den meisten Fällen bist du „fit genug für Pilates“ sein. Du kannst genau dort starten, wo du gerade bist.

 

Besonders relevant: Therapeutisches Pilates

Wenn du bereits Beschwerden hast – Rückenschmerzen, Gelenkprobleme, Unsicherheiten beim Gehen – dann ist Pilates möglicherweise noch wichtiger für dich. In meiner Arbeit mit therapeutischem Pilates erlebe ich regelmäßig, wie gezieltes Training Menschen wieder Vertrauen in ihren Körper gibt. Gleichgewichtstraining ist nicht nur Prävention. Es ist auch Rehabilitation. Nach Verletzungen, bei chronischen Beschwerden, bei Unsicherheiten im Alltag – Pilates kann helfen, Stabilität zurückzugewinnen – ich weiß es aus eigener Erfahrung nach einem Bandscheibenvorfall. Natürlich braucht es dann eine individuelle Anpassung der Übungen. Nicht jede Bewegung ist für jeden geeignet. Aber genau das ist die Stärke von Pilates: Es lässt sich modifizieren, anpassen, auf deine spezifischen Bedürfnisse zuschneiden.

Die Einladung: Erlebe es selbst

Ich könnte noch viele Worte über die Vorteile von Pilates verlieren. Aber am Ende zählt deine eigene Erfahrung. Deshalb lade ich dich ein: Probier es aus. Mach eine kostenfreie Probestunde. Spür in deinen Körper hinein. Merk dir, wie du dich vorher fühlst – und wie danach. Vielleicht wirst du nach dieser einen Stunde feststellen, dass du aufrechter stehst. Dass du deinen Körper bewusster wahrnimmst. Dass du dich stabiler fühlst. Das du dich wohler fühlst. Genau das sind die Zeichen dafür, dass etwas in Bewegung gekommen ist.

Und wenn du die Stunde aus meiner Studie nacherleben möchtest – genau diese 50 Minuten, die nachweislich das Gleichgewicht verbessern – dann findest du das Pilates Video Workout „Balance“ hier in meinem Pilatesshop. Du kannst es zu Hause machen, in deinem eigenen Tempo, und selbst erleben, wie sich eine wissenschaftlich getestete Pilatesstunde anfühlt. Für alle, die lieber in der Gruppe trainieren oder individuelle Betreuung suchen: Mein Studio in Oberhausen ist offen für dich. Egal, ob du Anfänger bist oder schon Erfahrung hast. Egal, ob du präventiv trainieren willst oder spezifische Beschwerden hast. Ob du vor Ort oder wahlweise von zu Hause online pilatieren willst. Wir finden den richtigen Weg für dich.

Die wichtigste Botschaft: Fang an

Diese Studie hat gezeigt: Pilates wirkt. Schnell. Messbar. Für jeden. Die Frage ist nicht, ob es funktioniert. Die Frage ist nur: Wann fängst du an? Dein Gleichgewicht ist trainierbar. Deine Mobilität ist beeinflussbar. Deine Zukunft – wie sicher du dich bewegst, wie selbstständig du bleibst, wie gut du dich in deinem Körper fühlst – das kannst du aktiv gestalten. Und der erste Schritt ist leichter, als du denkst.

Persönliches Fazit – Was diese Forschung für mich bedeutet

Wenn ich auf die letzten Monate zurückblicke – die Planung, die Durchführung, die Auswertung dieser Studien – dann wird mir bewusst, wie wertvoll dieser Prozess für mich war.

Wenn Praxis auf Wissenschaft trifft

Als Pilatestrainerin arbeite ich täglich mit Menschen. Ich sehe, wie sie sich bewegen, höre ihre Rückmeldungen, spüre, wenn sich etwas verändert. Diese praktische Erfahrung ist unbezahlbar. Aber sie hat auch ihre Grenzen. Sie ist subjektiv. Sie ist nicht quantifizierbar. Und manchmal fragt man sich: Bilde ich mir das nur ein, oder passiert da wirklich etwas? Diese Studie hat mir die Antwort gegeben: Ja, es passiert wirklich etwas. Was ich im Studio beobachte, lässt sich messen. Die Verbesserungen, von denen meine Teilnehmenden berichten, sind objektiv nachweisbar. Das gibt mir als Trainerin eine neue Sicherheit. Ich kann jetzt nicht nur sagen: „Ich glaube, dass Pilates hilft.“ Ich kann sagen: „Ich habe es gemessen. Es funktioniert.“

Der Wert von evidenzbasiertem Training

Die Verbindung von Praxis und Wissenschaft ist für mich der Schlüssel zu gutem Training. Natürlich ist die menschliche Komponente wichtig – die Empathie, die Intuition, das Gespür für jeden einzelnen Menschen. Aber wenn wir diese Komponente mit wissenschaftlicher Evidenz verbinden, entsteht etwas Stärkeres. Evidenzbasiertes Training bedeutet nicht, starr an Studienergebnissen festzuhalten. Es bedeutet, informierte Entscheidungen zu treffen. Es bedeutet zu wissen, warum eine Übung wirkt, welche Mechanismen dahinterstecken, für wen sie geeignet ist. Und es bedeutet, ehrlich zu sein – auch dann, wenn die Evidenz nicht das zeigt, was wir erwarten. In diesem Fall hat die Evidenz meine Erwartungen sogar übertroffen. Ich hatte gehofft, eine Verbesserung zu sehen. Aber dass sie so klar messbar ist, hat mich beeindruckt.

Anna im Pilatesstudio Kursraum

Was sich in meiner Arbeit verändert hat

Diese Erkenntnisse fließen bereits in meine tägliche Arbeit ein. Ich spreche jetzt anders mit meinen Teilnehmenden über Gleichgewicht. Ich erkläre ihnen, dass bereits die erste Stunde etwas bewirkt. Ich nehme ihnen die Sorge, dass sie monatelang trainieren müssen, bevor sie Ergebnisse sehen. Gleichzeitig betone ich die Bedeutung von Kontinuität. Eine Stunde ist der Anfang. Aber um das Gleichgewicht dauerhaft zu verbessern, um im Alter mobil und selbstständig zu bleiben, braucht es mehr. Es braucht regelmäßiges Training, über Monate und Jahre hinweg. Die Studie hat mir auch gezeigt, wie wichtig präzise Übungsauswahl ist. Die Pilatesstunde, die ich für die Intervention zusammengestellt habe, war nicht zufällig. Jede Übung hatte einen Zweck, zielte auf spezifische Muskelgruppen und Bewegungsmuster ab. Diese gezielte Herangehensweise werde ich noch stärker in meine Kurse integrieren.

Der Weg war das Ziel

Ehrlich gesagt: Die Arbeit an dieser Bachelorarbeit war intensiv. Es gab Momente, in denen ich gezweifelt habe. Momente, in denen die Statistik mich fast zur Verzweiflung gebracht hat. Momente, in denen ich dachte: Warum tu ich mir das an? Aber jetzt, wo ich das Ergebnis in den Händen halte, weiß ich: Es hat sich gelohnt. Nicht nur, weil ich einen akademischen Abschluss erreiche. Sondern weil ich etwas gelernt habe, das meine Arbeit als Trainerin bereichert. Weil ich etwas beitragen konnte zur Forschung über Pilates. Und weil ich hoffe, dass diese Erkenntnisse auch anderen helfen – sowohl Trainern als auch Teilnehmenden.

Die Botschaft, die bleibt

Wenn ich eine Sache aus dieser Studie mitnehme, dann ist es diese: Unterschätze nicht die Kraft einer einzelnen Stunde. Unterschätze nicht die kleinen Schritte. Unterschätze nicht, was dein Körper leisten kann, wenn du ihm die richtigen Impulse gibst. Pilates ist mehr als Entspannung. Mehr als Dehnung. Mehr als ein sanftes Workout. Es ist ein wirksames, wissenschaftlich fundiertes Training für dein Gleichgewicht, deine Stabilität, deine Körperkontrolle, dein Wohlbefinden. Und es wirkt. Nachweislich. Messbar. Ab der ersten Stunde.

Dein Gleichgewicht ist trainierbar – fang heute an

Ich wünsche mir, dass diese Erkenntnisse Menschen ermutigen. Ermutigen, den ersten Schritt zu machen. Ermutigen, am Ball zu bleiben. Ermutigen, in die eigene Gesundheit zu investieren – nicht erst, wenn Probleme auftauchen, sondern präventiv, vorausschauend. Dein Körper ist anpassungsfähig. Dein Gleichgewicht ist trainierbar. Deine Mobilität liegt in deinen Händen. Und wenn du Unterstützung brauchst auf diesem Weg – ich bin da. Mit meiner Erfahrung als Trainerin. Mit meinem Wissen als Sportwissenschaftlerin. Und mit der Überzeugung, dass Bewegung Leben ist.

Lass uns gemeinsam daran arbeiten, dass du dich sicher, stabil und stark fühlst – in jedem Alter, in jeder Lebensphase. Dein Gleichgewicht wartet darauf, trainiert zu werden. Und dein Wohlbefinden freut sich auch schon.

Fang heute an.

die

Pilates-Anna

Anna-Maria Breil - Tipps für mentale Stärke
Anna-Maria Breil / die Pilates-Anna

Anna-Maria Breil / die Pilates-Anna

Sport- und Trainingswissenschaftlerin (B.A.) / Inhaberin Pilatesstudio

Leidenschaft, Motivation und unglaubliche Freude an Bewegung zeichnen mich aus. In diesem  einzigartigen Pilates-Onlineratgeber bekommst du von mir alles rundum Pilates und einen rückengesunden Körper – leicht verständlich und nützlich verpackt. Ich wünsche mir für dich, ein aktives Leben voller Energie und Gesundheit. Pilates kann dir dabei helfen. Mehr über mich …

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