Die Frage „Was brauche ich alles für Pilates?“ stellt mir fast jede*r neue Teilnehmer*in in meinen Pilates-Kursen. „Brauche ich Schuhe?“, „Was muss ich für Pilates anziehen?“ Und „Welche Matte ist die richtige für Pilates?“
Dieser Pilatesratgeber zeigt dir, was man alles für Pilates braucht und was nicht zwingend notwendig ist, deine Pilatesstunde aber bereichern kann. Solltest du eine umfangreiche Liste an Ausrüstung und Equipment erwarten, dann muss ich dich enttäuschen. Denn es ist gar nicht so viel, was du für Pilates brauchst, vor allem für die ersten Stunden als Einsteiger*in.
Ich empfehle dir diesen Ratgeber, wenn du mit Pilates beginnen möchtest, aber unsicher bist, was du in deiner erste Pilatesstunde anziehen sollst, welche Matte du dir kaufen sollst und was du vielleicht sonst noch brauchst.
Vor allem aber mache ich dich auf Details aufmerksam, die du vielleicht gar nicht im Fokus hast, deinen Pilateseinstieg aber erheblich beeinflussen (Stichwort: Raumtemperatur, innere Einstellung und Trainerqualifikation.
Nach dem Lesen weißt du, wie du ein deinen Pilateskurs gehen kannst, welche Kleidung, Matte, Ausrüstung oder anderes Equipment du brauchst und worauf du getrost verzichten kannst. Bevor du mit dem Lesen beginnst, lade dir noch schnell die „Checkliste für das perfekte Pilatestraining“ herunter. Sie kostet nichts und gibt dir wertvolle Tipps an die Hand.
Eine gesprochene Variante dieses Artikels findest du im kleinen Video auf dieser Seite.
Über das richtige Pilatesoutfit läßt sich eine abendfüllende Diskussion entfachen. Damit du aber alle Übungen machen kannst und dich dabei wohl fühlst, habe folgende grundsätzliche Tipps für dich:
Es bringt nichts, wenn du dich wegen einer kneifenden Hose nicht richtig bewegen kannst oder du ständig an deinem Shirt ziehen musst, damit du auch angezogen bleibst, wenn du mal Kopf stehst. Deine Kleidung soll dich beim Pilatieren nicht ausbremsen.
Das bedeutet sowohl für die Hose, das Oberteil, aber auch einen BH eine gute Passform zu wählen. Mehr oder weniger anliegende Leggings sind beliebt und sehr geeignet. Linear geschnittene Oberteile bleiben am Körper.
Der BH ist für mich ein entscheidendes Wohlfühlkriterium im Pilatestraining. Sport-BHs eignen sich gut. Ich selbst setze am auf Bustiers und Tops. Worin du dich am wohlsten fühlst ist auch von dem Umfang deiner Oberweite abhängig. Probiere verschiedene Varianten aus und fühle den Unterschied. Träger, Bündchen, Bügel oder ähnliches sollen nicht einschneiden. Bedenke, dass du beim Pilates auch mal über den Rücken rollst. Dicke Verschlüsse drücken und kannst du nicht gebrauchen.
Bist du ein Typ, welcher schnell schwitzt? Dann denke über Funktionskleidung nach. Diese nimmt den Schweiß schnell auf und hält dich besser trocken. Funktionskleidung wird im Laufe der Jahre anfangen selbst zu stinken, weil der Schweiß das Material zersetzt.
Reine Baumwolle hält die Feuchtigkeit fest. Das kann im Laufe einer Pilatesstunde unangenehm sein, vor allem bei ruhigen Übungen. Wenn du mit nassem Shirt auf dem Boden liegst, könntest du schnell frieren. Da ist ein Baumwollmaterial grundsätzlich gemütlicher auf der Haut.
In kälteren Trainingsumgebungen brauchst du ein Jäckchen zum Drüberziehen. Es macht frierend wenig Spaß zu pilatieren und ist für die Muskeln auch kein angenehmer Zustand.
Die neuste Marke, der trendigste Look oder die angesagteste Farbe sind aus meiner Sicht für das Pilatestraining völlig unrelevant. Es gibt Fitnessstudios oder ähnliches, in denen deine Pilateskleidung das wichtigste Kriterium ist. Das kann ich nicht unterstützen. Natürlich darf das Shirt deine Lieblingsfarbe haben. Wenn du dir in deinem Outfit gefällst, macht das Pilatieren gleich noch mehr Spaß. Doch lass dich bitte nicht blenden. Funktionell und bequem reicht völlig aus.
Wann immer du kannst, mache Pilates barfuss. Das bietet sich vor allem in der warmen Jahreszeit an. Barfuss gehen ist gesund und kann ich dir für einen schmerzfreien Rücken nur empfehlen. Alternativ bieten sich Socken jeglicher Art an. Unter dem Stichwort „Yoga-Socken“ findest du zauberhafte Socken mit designten Sohlen als Stoppersocken. Die machen wirklich Spaß. Wähle aus, was dir am besten gefällt.
Schuhe brauchst du beim Pilates keine und sind auch nicht zu empfehlen. Schuhe nehmen dir den Trainingseffekt weg und sind sogar störend.
Für die richtige Pilateskleidung habe ich einen noch umfassenderen Pilates-Ratgeber erstellt.
–> die richtige Pilateskleidung und die häufigsten Kleidungsfallen
Erfahre mehr über die häufigsten Kleidungsfallen und warum die Pilateskleidung nicht egal ist.
„Was brauche ich alles für Pilates?“ – eine Matte. Ja, die brauchst du. Deine Pilatesmatte ist dein treuer Begleiter während der Übungen. Die richtige gibt dir Freude am Pilatestraining und unterstützt die gesundheitliche Wirkung.
Umso dicker die Matte ist, desto mehr musst du für dein Gleichgewicht tun, was deine Tiefenmuskulatur trainiert. Mit einer dicken weichen Matte können die Muskeln in deinen Füßen und Zehen aktiv werden. Etwa 1,5cm Dicke sind schon gut.
Ich empfehle mindestens eine Mattenbreite von 60cm und eine Länge von mindestens 1,80m. Im Idealfall ist sie auch noch rutschfest, so dass du dich voll und ganz auf deine Übungen konzentrieren kannst.
Wähle hochwertige Materialien. Ich achte beim Kauf darauf, dass die Matten möglichst keine Weichmacher oder zu viele Kunststoffanteile enthalten.
Ein Tuch für deine Matte möchte ich dir unbedingt empfehlen. Wenn du die Matten aus deinem Studio nutzt, dann ist ein Pilatestuch aus hygienischen Gründen Pflicht. Aber auch wenn du auf deiner eigenen Matte pilatierst, fühlt sich das Liegen, Stehen oder Sitzen auf einem Tuch einfach angenehmer an. Im einfachsten Fall tut es auch ein großes Handtuch. Zum Beispiel ein Saunahandtuch. Ideal sind Pilates- oder Yogatücher, welche genau auf die Matte passen und vielleicht eine Antirutschbeschichtung haben. Diese gibt es in allen erdenklichen Farben.
Wenn du gerade erst mit Pilates anfängst, ist es besonders wichtig eine*n erfahrene*n und einfühlsame*n Trainer*in zu finden. Doch woran erkennst du einen guten Trainer? Diese Punkte helfen dir bei der Beurteilung:
- Ausbildung und Zertifizierung Seriöse Pilatestrainer*innen haben eine fundierte Ausbildung absolviert. Anerkannte Verbände wie der Deutsche Pilates-Verband oder international renommierte Schulen bieten umfassende Zertifizierungen an. Eine solide Grundausbildung umfasst mindestens 200 Stunden und beinhaltet sowohl Theorie als auch praktische Lehrproben. Bei den Lizenzbezeichnung ist die Pilates A-Lizenz die aktuell höchste Ausbildung, darunter liegen die Pilates B-Lizenz und die Pilates C-Lizenz. Danacben gibt es auch Fitnesstrainerlizenzen oder die Übungsleiter – C – Lizenz vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), welche eher sportartübergreifende Lizenzen sind, also keine spezifische Pilateslizenz. Im besten Fall ist dein Pilatestrainer oder die Trainerin aber auch sportmedizinisch ausgebildet. Das erfolgt über eine Ausbildung zur Physiotherapie oder ein Studium der Sportwissenschaften. Um so spezifischer, vielfältiger und tiefgründiger die Ausbildung, desto mehr Expertise im Umgang mit deinem Körper kannst du erwarten.
- Individuelle Betreuung Ein guter Trainer nimmt sich Zeit, deine körperliche Verfassung und deine Ziele zu erfragen. Bei Beschwerden oder Einschränkungen sollten Übungen angepasst werden. Du solltest dich verstanden und nicht wie einer von vielen fühlen.
- Kommunikation und Atmosphäre Achte darauf, wie dein*e Trainer*in erklärt. Sind die Anweisungen klar und verständlich? Werden anatomische Zusammenhänge erklärt? Fühlst du dich wohl und motiviert oder eher unter Druck gesetzt? Ein guter Trainer wird sich auf dich als Anfänger*in einstellen und deine Einstiegsphase unterstützen.
Gerade für Pilates-Einsteiger ist es wichtig, eine*n Trainer*in zu haben, welche*r die Übungen kompetent anleiten kann und auch anpassen kann, so dass sie für dich machbar sind. Das individuelle Fitnessniveau von jedem ist anders. Keiner soll über- oder unterfordert werden. Mit einem*r guten Trainer*in kannst du sicherstellen, dass du die Übungen von Anfang an richtig lernst und Verletzungen vermeidest. Im Idealfall bekommst du zusätzlich eine Portion Motivation gleich mit dazu.
Hinweis: Als Pilates-Anfänger kannst du problemlos auch Pilates Online Kurse besuchen. Ein guter Trainer kann dich auch aus der Ferne coachen, wenn du die Kamera einschaltest, damit er/sie dich sehen kann.
Im Pilates gibt es hunderte Übungen, welche auch noch variiert werden können. Es liegt auf der Hand, dass da sowohl leichtere als auch schwierigere Übungen dabei sind. Vielleicht magst du ein paar leichte Übungen ausprobieren? Dann habe ich hier 5 einfache Übungen mit Video für dich.
Mit der richtigen Kleidung und einer Matte bist du für deine erste Pilatesstunde hervorragend ausgestattet. In vielen Pilatesstudios werden dir auch Matten vor Ort zur Verfügung gestellt, so dass du gar nichts mitbringen musst.
Möchtest du Pilates im Onlinetraining machen, brauchst du jedoch noch etwas technisches Equipment. Zuerst mal den stabilen Internetanschluss. Das muss kein fester Anschluss sein. Übers Handy geht das auch.
Am Handy, Tablet oder Notebook hast du das Display auf welchem du deine*n Trainer*in sehen kannst. Hast du selbst noch eine Kamera, kann dich auch dein*e Trainer*in sehen.
Wie das mit der Technik genau funktioniert, wie du das Bild auch auf den Fernseher bekommst und du dein Onlinetraining zu einem Highlight machst, findest du in den Onlinetrainingstipps.
Das Angebot an Pilateszubehör ist umfangreich. Pilates Ball, Foamroller, der Pilatesring, Pilates Bänder und auch Yoga Blöcke werden im Pilates genutzt, um die Grundübungen zu variieren. Zwingend brauchen tust du dieses Zubehör aber nicht. Werden sie in einer Kursstunde genutzt, werden die Kleingeräte in der Regel auch vom Studio bereitgestellt, so dass du sie nicht selbst mitbringen musst.
Wenn du zu Hause auch Übungen nachmachen möchtest lohnt sich auch der Kauf. Ich selbst liebe die Pilates-Rolle und kann nur empfehlen, diese auch zu Hause zu haben – alleine um sich zur Entspannung des Rückens drauf zu legen.
Die richtige Trainingsumgebung schaffen
Neben der richtigen Ausstattung spielt auch dein Trainingsort eine Rolle für ein gelungenes Pilatestraining:
Platzbedarf Du brauchst eine Fläche, auf der du deine Matte komplett ausrollen kannst und dich in alle Richtungen bewegen kannst. Rechne mit etwa 2 x 2 Metern Mindestfläche. Auch nach oben solltest du beim Strecken der Arme keine Lampe berühren. Das gilt für das Onlinetraining zu Hause genauso wie für das Training in Studios. Ich habe schon erlebt, wie eng die Matten teilweise liegen, nur um noch mehr Teilnehmer in den Kursraum zu bekommen.
Raumtemperatur Eine Raumtemperatur um 18 Grad ist ideal. Zu kalt ist unangenehm und erhöht das Verletzungsrisiko, zu warm kann kreislaufbelastend sein. Lüfte vor dem Training gut durch. Kleiner Tipp: Bei Pilatesübungen liegst du viel auf dem Boden. Kälte von unten ist ganz fürchterlich. Ich habe jahrelang meine Kurse in einer im Winter sehr kalten Scheune durchgeführt – vor allem der Boden war eisig. Ein echter Qualitätsabzug, weshalb mein Pilatesstudio heute eine Fußbodenheizung hat. Prüfe also sowohl zu Hause als auch im Studio ob dir die Temperatur am Boden angenehm ist.
Ruhe und Konzentration Pilates erfordert Konzentration auf die Bewegungsausführung und die Atmung. Schaffe dir einen Raum, in dem du ungestört bist. Schalte dein Handy auf stumm und informiere deine Mitbewohner*innen über deine Trainingszeit. Im Studio gilt ähnliches. Läuft nebenan Powermusik während du entspannen willst oder ist grundsätzlich für Ruhe gesorgt?
Was du sonst noch für wunderbare Pilatesmomente brauchst
Neben aller Ausrüstung brauchst du für Pilates vor allem eines: die richtige Einstellung.
Geduld mit dir selbst Pilates ist kein Wettkampf. Jeder ist auf einem anderen Level, jeder hat andere Ziele. Und das ist völlig in Ordnung. Vergleiche dich nicht mit anderen, sondern konzentriere dich auf deinen eigenen Fortschritt, auf das was dir wichtig ist.
Regelmäßigkeit statt Perfektion Lieber zweimal die Woche 30 Minuten als einmal im Monat zwei Stunden. Kontinuität macht den Unterschied. Die ideale Trainingshäufigkeit beschreibe ich in meinem Ratgeber „Kann man jeden Tag Pilates machen?“
Beim aufmerksamen Lesen ist dir sicher aufgefallen: Die Liste ist überschaubar. Bequeme Kleidung und eine gute Matte sind die Basis. Als Frau achte besonders auf einen passenden BH. Zusätzliches Equipment ist nett, aber nicht notwendig.
Mindestens genauso wichtig sind die Rahmenbedingungen: angenehme Raumtemperatur, ausreichend Platz und Ruhe zum Konzentrieren. Eine*n qualifizierte*n Trainer*in mit fundierter Ausbildung zu finden, lohnt sich. Und schließlich brauchst du Geduld mit dir selbst und Regelmäßigkeit im Training.
Ich finde das super, denn so bleibt Pilates eine kostengünstige Sportart – was die Ausstattung betrifft, im Vergleich zu anderen Sportarten.
Ich stelle in meinen Kursen Matten zur Verfügung und bringe Bälle, Rollen oder Balance Pads mit, wenn wir sie nutzen. Einfacher geht es nicht. Auch du kannst in Annas Pilateskurse kommen. Vielleicht sehen wir uns mal auf der Matte. Wir pilatieren im Pilatesstudio in Oberhausen, aber auch online über Zoom.
deine
Pilates-Anna












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