0157 / 52 42 32 63 kontakt@annamariabreil.de

Last Updated on 20. April 2022 by Anna-Maria Breil

Was wir vom Weihnachtsmann über Stress lernen können

Ich hab ihn interviewt! Den Weihnachtsmann. Ja, echt!

 

Meine Themen mit ihm waren:

 

  • Strategien gegen den Feiertagsstress,
  • die Bedeutung kleiner Pausen in Zeiten von Spitzenbelastungen,
  • die Vorbildwirkung von jedem Einzelnen
  • sowie die hohe Emotionalität des Weihnachtsfests

 

Lies selbst was er gesagt hat.

Interview mit dem Weihnachtsmann

Ich:
Herr Weihnachtsmann, Sie arbeiten ja schon immer in der Vorweihnachtszeit und an den Feiertagen. Welchen Tipp haben Sie für uns?

Weihnachtsmann:
Als Spezialist für Weihnachten weiß ich bereits viele Wochen im Voraus, wann meine Hochphase beginnt. Weihnachten kommt daher nicht überraschend für mich, sondern ich habe ausreichend Zeit, über die anstehenden Herausforderungen nachzudenken und mich entsprechend vorzubereiten. Mich wundert daher immer wieder, wenn Menschen sich plötzlich fragen: Mist, ist denn schon wieder Weihnachten?

Ich:
Vielen Menschen graut es förmlich vor dieser Zeit. Was können sie tun, damit sie diese stressige Zeit besser überstehen als in den Vorjahren?

Weihnachtsmann:
Bevor es richtig losgeht, sollten sie vorher, beispielsweise Mitte November, noch einmal etwas Gutes für sich tun – ein Wochenendtrip mit der Familie, ein schöner Restaurantbesuch oder eine Wanderung mit Freunden. Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass es selbst in der Weihnachtszeit immer Tage gibt, an denen es etwas ruhiger zugeht. Die meisten Berufstätigen haben allerdings verlernt, diese kurzen Pausen für sich richtig zu nutzen.

Interview mit dem Weihnachtsmann

Ich:
An welche Möglichkeiten des Luftholens denken Sie dabei konkret?

Weihnachtsmann:
Menschen in Berufen mit Spitzenbelastungen müssen mehr als andere darauf achten, sich regelmäßig für kurze Zeit aus dem Geschehen auszuklinken – sei es, indem sie kurz an die frische Luft gehen und den ziehenden Wolken hinterherschauen, in Ruhe und ganz bewusst einen Kaffee oder ein Glas Wasser trinken, einfach mal für ein paar Minuten die Augen schließen, um den Gedanken freien Lauf zu lassen, langsam rückwärts von 10 bis 0 zählen oder ein schönes Lied hören. Es klingt eigentlich lapidar: Pausen, auch wenn es nur zwei Minuten sind, sind extrem wichtig, damit sich die Batterien nicht völlig entladen. Auf keinen Fall sollte man wieder in die Technik flüchten, um E-Mails oder WhatsApp-Nachrichten auf dem Handy zu checken. Das sind keine Pausen, weil Nachrichten in der Regel immer etwas mit der Arbeit zu tun haben oder negativ und belastend sind.

Ich:

Warum fällt das Pausemachen vielen Menschen so schwer?

Weihnachtsmann:
Es ist ein Automatismus unseres Gehirns, dass wir in einer stressigen Situation eine Tendenz haben, als erstes immer nur die Probleme zu sehen. Dabei handelt es sich meistens um Belastendes, von dem wir fürchten, dass wir es nicht geregelt bekommen. In diesen Situationen wird völlig vergessen, dass es selbst im Weihnachtsstress Dinge gibt, die Spaß machen, die funktionieren und die einfach schön sind. Die Entscheidung, ob eine Situation eine Belastung ist oder nicht, fällt einzig und allein im Kopf.

Ich:

Aber was können wir tun, wenn – im wahrsten Sinne – die Hütte brennt und sie vor Stress nicht mehr wissen, was sie zuerst tun sollen?

Weihnachtsmann:
Da hilft meiner Erfahrung nach am besten ein Spruch wie „Wer es eilig hat, muss langsam gehen“. Diese simple Methode der Selbstsuggestion wird leider in solchen Situationen oft vergessen. Es ist wissenschaftlich erwiesen: Wenn man sich solche Sätze ins Gedächtnis ruft, fängt das Gehirn an, nach Antworten und Auswegen zu suchen.

Interview mit dem Weihnachtsmann

Ich: 
Während die meisten Menschen feiern, arbeiten Sie und viele andere Menschen auch an Heiligabend und den Weihnachtsfeiertagen. Wo bleibt da noch Zeit für Besinnung und das Feiern von Weihnachten?

Weihnachtsmann:
Viele Menschen begehen den Fehler, dass sich Weihnachten für sie mehr oder weniger allein auf Heiligabend zuspitzt und fokussiert. Wer aber beispielsweise Heiligabend und an den Feiertagen arbeiten muss, der sollte lernen, die gesamte Adventszeit zu nutzen, um liebgewordene Rituale zu pflegen; Plätzchen backen, einen Adventskranz aufstellen oder gemeinsam mit den Kindern im Wald einen Weihnachtsbaum schlagen. Viele Menschen, die an Heiligabend arbeiten müssen, verdrängen stattdessen aus Frust ihre Weihnachtsgefühle. Mein Tipp: Bevor man zum Dienst geht, trotzdem etwas tun, das mit Weihnachten zu tun hat; eine Kerze anstecken, mit der Familie gemütlich frühstücken oder auf dem Weg zur Arbeit im Auto eine CD mit Weihnachtsliedern hören. Dazu gehört auch, dass man als Vorgesetzter seinen Mitarbeitern auf jeden Fall von Herzen „Frohe Weihnachten“ wünscht und beispielsweise ein kleines Geschenk überreicht – doch selbst diese kleine Geste oft vergessen oder nur halbherzig und lieblos umgesetzt.

Ich:
Menschen, die beispielsweise zurzeit im Ausland sind, haben uns erzählt, dass die Weihnachtszeit für sie wegen des Verzichts auf ihre Familie und die damit verbundenen Rituale emotional eine schwere Zeit ist. Wie sollte man, damit umgehen?

Weihnachtsmann:
Trauer, Heimweh und Sehnsucht sind Dinge, die im Kopf passieren. Fern der Heimat und der Familie sollte man sich in solchen belastenden Situationen klarmachen, warum ich so weit weg bin. Ist es ein wichtiger Karriereschritt? Will ich gutes Geld verdienen? Erfülle ich mir einen Traum, den ich schon als kleines Kind geträumt habe? Grübeln und Kummer sind immer nur das Ergebnis einer Bewertung. Aber es hat ja einen tieferen Grund, warum sich ein Mensch für einen fernen Ort entschieden hat.

Ich: 
Weihnachten ist ein Fest, dass emotional extrem hoch aufgeladen ist. Warum ist das eigentlich so?

Weihnachtsmann:
Als außenstehender Weihnachtsexperte beobachte ich gerade in Deutschland, dass die Menschen eine Kultur des ständigen Überforderns entwickelt haben. Einzige Ausnahme: Urlaub und Weihnachten. Auf diese beiden Anlässe arbeiten sie monatelang hin, ohne auf ihr Wohlbefinden zu achten. Aber wenn es so weit ist, dann entwickeln sie eine wahnsinnige Anspruchshaltung. Plötzlich muss alles stimmen, nichts darf den Weihnachtsfrieden stören. Damit verbunden ist ein Hang zum Perfektionismus, dem kein Mensch mehr gerecht werden kann. Da können wir von den Skandinaviern lernen, bei denen es in der Weihnachtszeit viel mehr um Gemütlichkeit, Verbundenheit und Wohlbefinden geht. Überspitzt gesagt: Ob die Kerze dabei zur Tischdecke oder zum Geschirr passt, ist zweitrangig, während hierzulande in Familien ein Mordsbrimborium um Weihnachten gemacht wird.

Interview mit dem Weihnachtsmann

Ich:
Was geben Sie meinen Lesern als wichtige Weihnachtsbotschaft mit?

Weihnachtsmann:
Jede und jeder hat es selbst in der Hand wie sich die Adventszeit und Weihnachten gestaltet. Achtet auf Eure Bedürfnisse, schafft Rituale und lächelt. Begegnt den Menschen positiv, dann liegt Euch die Welt zu Füßen.

Habt ein schönes Weihnachtsfest. Egal ob alleine oder in großer Runde oder in Deinem Job. Ihr habt es verdient.

 

 

 

PS: Ich gebe zu. Das Interview hat so nicht stattgefunden. Doch ganz bestimmt wäre es genauso verlaufen.

 

Eure Anna

Wie sehr hat Dir dieser Beitrag gefallen?

Klicke auf die Sterne um zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 0 / 5. Anzahl Bewertungen: 0

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.