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Last Updated on 5. November 2021 by Anna Breil

Blogbanner - Was sind Verspannungen und woher kommen sie?

Verspannungen sind eine Volkskrankheit. 85 bis 90 Prozent der Rückenbeschwerden sind durch Fehlfunktionen und Verspannungen der Muskulatur bedingt (Ärzteblatt 2008). Und diese Zahl stieg in den letzten Jahren weiter an. Betroffen sind vor allem Büroangestellte und Menschen, die schwer heben oder immer die gleiche Bewegung ausführen. Aber auch „stehende Berufe“ fordern „Rückenzoll“.

Bereits 2009 bestätigen in einer Studie, dass 2/3 der Dauergestressten über Rückenschmerzen und Verspannungen klagen. Schon mehr als 3 Stunden Arbeit am PC lösen bei gut 60% Beschwerden im Nacken- und Schulterbereich aus. (siehe Ergotopia).

Doch Was sind Verspannungen und wo kommen sie her? Nach dem Lesen dieses Artikels kennst Du verschiedene Ursachen welche zu Verspannungen führen und wirst verstehen wie sie entstehen. Das ist eine gute Basis, um Maßnahmen zu ergreifen Verspannungen zu lösen und langfristig zu vermeiden.

Als Verspannung wird ein schmerzhafter Zustand insbesondere der Nacken- oder Schultermuskulatur bezeichnet, bei dem sich der Muskeltonus durch Überanstrengung oder einseitige Haltung dauerhaft verstärkt hat. Verspannungen an anderen Körperstellen treten zwar ebenfalls auf, sind aber wesentlich seltener (Wikipedia).

Um den Muskelschmerz zu vermeiden, nimmt man unbewusst eine Schonhaltung ein, was die Anspannung einiger Muskeln zusätzlich verstärken kann und zu einem Teufelskreis führt.

Symptome

 

  • Kopfschmerzen
  • Schulter- und Nackenschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Druckschmerz
  • Muskelverhärtungen
  • Eingeschränkte Beweglichkeit
  • Schlechter Schlaf
  • Hochgezogene Schultern
Infografik Symptome von Verspannungen

Der Mensch ist für das aufrechte Gehen gemacht

Betrachten wir ein Baby im Alter von etwa einem halben Jahr, wenn es sitzen kann. Trotz des meist überdimensional großen und schweren Kopfes schaffen sie es. Die Natur nutzt dafür einen Trick. Babys können ihren Kopf exakt über ihrer Körperachse zentrieren und so perfekt balancieren. Erst wenn sie etwas greifen wollen, kommen sie aus der Balance und fallen um. Das ist der Unterschied zu uns Erwachsenen. Wir fallen nicht um, wenn wir den ganzen Tag hantieren. Wir benutzen unsere Muskeln, um schräge Körperhaltungen (wie beim Sitzen) auszugleichen.

Bis hierhin wird klar warum Babys und Kleinkinder keine Verspannungen haben. Die verschobene Statik ist ein Grund warum es zu Verspannungen kommen kann. Dazu später mehr.

Früher und heute

Bei der Frage „Was sind Verspannungen und woher kommen sie?“, möchte ich Dich in die Steinzeit entführen.

Damals vor tausenden von Jahren, als wir Menschen noch im Wald gelebt haben, war eine extreme Anspannung der Muskulatur eine Lebensversicherung. Plötzliches Feuer sorgte dafür, dass sich der ganze Körper mit Adrenalin und Cortisol (Stress hormon) aufläd, so dass wir die Flucht ergreifen konnten. Auch heute sind wir in extremen Notsituationen zu unmenschlichen Leistungen fähig. Wir retten Menschen und entfachen Kräfte, wenn wir Angst haben. Wenn Du schon einmal vor einem freilaufenden knurrenden Hund davongerannt bist, weißt Du was ich meine.

Es ist wichtig, dass unser Körper in der Lage ist, sich auf Knopf Druck anzuspannen. Diese Funktion ist überlebenswichtig.

Wenn diese Anspannung inklusive der Ausschüttung von Stresshormonen jedoch länger anhält, entstehen Verspannungen.

Der Körper in Anspannung

Vielleicht sagst Du Dir jetzt, dass Du doch gar nicht ständig vor einem Hund davonläufst oder Menschen aus einem Großbrand rettest, um permanent dieser Anspannung ausgesetzt zu sein. Ich hoffe für Dich, dass Du das nicht ständig tun musst. 🙂

Heutzutage versetzen wir unseren Körper schon mit kleineren Dingen unter Anspannungsstress. Wir stehen quasi unter Strom weil wir zu spät zu einem Termin kommen könnten. Streitigkeiten mit Bekannten, Kollegen oder dem Chef zu Dir wichtigen Themen bringen Dich förmlich in Wallung. Deine ToDo Liste ist voll mit wirklich wichtigen Dingen und ständig kommt etwas dazwischen. Ein aufgebrachter Kunde beschwert sich bei Dir und Du brauchst richtig Kraft, um ihn zu beruhigen. Dein letzter richtiger Urlaub ist schon viel zu lange her und nachts müsstest Du auch mehr schlafen.

Kommen Dir solche Situationen schon bekannter vor? Alles das sind Situationen, welche Deinem Körper eine Notsituation signalisieren. Der Fluchtmechanismus wird vorbereitet. Dagegen kannst Du Dich gar nicht wehren.

Schaffst Du es nicht, immer wieder für Entspannung zu sorgen, sind Dir Verspannungsschmerzen sicher. Ob als Kopfschmerzen oder im Nacken und Rücken. Die Auswirkungen von Stress sind vielfältig. Verspannungen sind sehr häufig eine Ursache von Stress.

Ursachen für Verspannungen

Eine Antwort auf die Frage „Was sind Verspannungen“ hast Du bekommen. Du weißt auch, dass die Ursachen von Verspannungen vielfältig sind.

Meistens jedoch kommen mehrere Ursachen wie ein Teufelskreis zusammen. Schaue in Deinen eigenen Alltag. Erkennst Du einige Ursachen wieder?

Infografik Ursachen von Verspannungen
  • Ausgleich von falscher Statik im Nackenbereich (z.B. vorgeschobene Schultern knicken den Kopf in den Nacken)
  • Mangelnde Beanspruchung der Schultermuskulatur (v.a. am Schreibtisch, beim Autofahren oder im Haushalt)
  • Dysbalance im Schultergürtel: Dauerbeanspruchung des Trapezmuskels und Verkürzung des Brustmuskels
  • Selten: verspannter Beckenboden (dauerhaftes Bauch rein und Po fest anspannen)
  • Dauerstress im Alltag
  • Körperliche Überlastung durch zu viel/einseitigen Sport
  • Bewegungsmangel und mangelnde körperliche Aktivität
  • Schwache Rücken- und Bauchmuskeln
  • Langes Sitzen in unbewegter Haltung (am Schreibtisch, beim Lesen, beim Spielen von Videospielen)
  • Ungünstige Schlafposition
  • Seelische Belastungen und Überforderungen
  • Magnesiummangel
  • Monotone Belastungen
  • Übergewicht

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