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In den letzten gut 12 Monaten hat sich bei Vielen einiges bewegt. Der Corona-Lockdown hat für Wirbel gesorgt – beruflich und privat. Viele Selbstständige kämpften um ihr Überleben, Angestellte landeten im Homeoffice oder in Kurzarbeit. Wieder andere erlebten einen Boom. Ich selbst lebte bis Anfang 2020 eine Selbstständigkeit in Teilzeit. Wie ich zu diesem Modell stehe, welchen Weg ich genommen habe, wo ich heute stehe und warum ich glaube, dass inspirierende neue Modelle möglich sind, erfährst Du in diesem Beitrag.

Kind lerne was Ordentliches, etwas Beständiges, für ein sicheres Einkommen – den Spaß kannst Du Dir nebenbei immer holen und dass dann ohne Erfolgsdruck. An diese Worte kann ich mich noch gut erinnern. Da war ich so 16 oder 17 als ich überlegte was ich denn nach dem Abitur tun will. Schon mit 15 habe ich meine Aerobic-Trainerausbildung genossen und in der Ballettschule meiner Mam Aerobickurse gegeben. Das war eine tolle win-win-Situation für mich. Meine Eltern haben die recht kostenintensive Ausbildung vorfinanziert und über die Trainingsstunden konnte ich diese wieder abarbeiten. Die Ausbildung blieb natürlich länger gültig, so dass ich schon bald ein kleines Nebeneinkommen hatte. Andere Teenager tragen Zeitung aus, ich gebe hier und da Aerobicstunden im Fitnessstudio oder eben in der Ballettschule meiner Mam. Schon hier könnte man also von einem Nebenjob (Aerobictrainer) neben dem Hauptjob (Schüler) sprechen

Aber wie sollte das Konzept nach dem Abi weitergehen? Studieren? Hmmm, ich weiß nicht. Geld verdienst du da ewig nicht und ich wollte doch schnell auf eigenen unabhängigen Füßen stehen. Eine Freundin sagte mir damals: Mach eine gute Ausbildung. Studieren kannst du später immer noch oder im Abendstudium machen. Eine Ausbildung kann man nur bis zum Alter von 23Jahren beginnen. Das Argument hat gezogen. Also los. Ich weiß noch genau wie ich jede Woche auf dem Anger in Erfurt an dem Outdoor-Zeitungsstand in einer Haus-Unterführung verschiedene Zeitungen mit Ausbildungsanzeigen kaufte. Eines Tages hielt ich die Wirtschaftswoche in der Hand und mit ihr die Anzeige der Siemens Nixdorf Informationssysteme AG. Eine betriebswirtschaftliche Ausbildung in der IT Branche. Warum nicht. Der Startschuß für meinen Weg ist gefallen.

Nebenjob schon als Teenager

Im August 1995 startet ich meine Ausbildung zur Fachberaterin für betriebswirtschaftliche Organisation. Nun hieß es phasenweise in Paderborn und phasenweise in Erfurt zu sein. Mal dauerte eine Phase wenige Wochen und mal auch 2-3 Monate. Und wie soll das mit meinen Aerobickursen funktionieren?  Ich hatte schließlich einen kleinen Nebenjob mit regionaler Bindung.

Das erste Mal stand ich vor der organisatorischen Herausforderung, meinen Hauptjob (Ausbildung) mit meiner Nebentätigkeit in Einklang zu bringen. Es war viel einfacher als ich dachte. In Paderborn gab ich im Paderfit Aerobic und Step-Kurse wenn ich da war und später sogar im Ahorn Sportpark als Mittagsfitness-Einheit für alle Auszubildenden der Siemens Nixdorf. Das war der Betriebssport für die Azubis. Schwups war die Verbindung zwischen Beidem da. Perfekt. In Erfurt gab es mich als Aerobictrainer eben dann auch nur zu den Phasen in denen ich zu Hause war. In meiner Abwesenheit hat mich meine Mam vertreten. Sehr praktisch.

Kein Mann, kein Chef nimmt mir meine Nebentätigkeit

Bei Siemens in Erfurt begann mein Einstieg in die Arbeitswelt nach der Ausbildung. Als Vertriebsbeauftragte für Telekommunikationstechnik war ich mit 21 die Jüngste ihrer Art in Deutschland. Schnell erfuhr ich die Vorzüge des Angestelltenlebens im Vertrieb in so einem Konzern. Firmenwagen, Notebook, Handy, flexible Arbeitszeiten, sicheres Gehalt. Wow! Dennoch: Meine Aerobickurse sollte mir keiner weg nehmen – kein Mann, kein Chef, kein Job. Sie waren mein Lebenselexier. Dort konnte ich mich austoben. Naja und während andere ins Fitnessstudio gingen und dort Geld ausgeben, habe ich halt etwas Taschengeld dafür bekommen, wenn ich da war. So sah ich das.

Schon nach wenigen Monaten im Berufsleben fragte ich mich, ob das jetzt alles war. Auf dem Papier eine 40 Stundenwoche. In der Realität eine 60 Stundenwoche. Zig Kilometer im Auto durch Thüringen unterwegs. Ich verkaufte den kleinen und mittelständischen Unternehmen Telefonanlagen. CTI (Computer Telefonie Integration) und UMS (Unified Messaging) waren voll im Kommen. Der Computer konnte mittlerweile erkennen wer gerade am Telefon anruft. Wie aufregend. Zum Glück hatte ich zum Ausgleich immer meine Aerobicstunden. Und als Trainer gibt es auch keine Ausreden oder siegende Schweinehunde.

Selbstständigkeit in Teilzeit

Fernstudium als Nebenjob

Doch soll das jetzt ein Leben lang so gehen? Hmmmm. Wie war das mit dem Studium? Aber jetzt das Einkommen, das Auto und alles wieder aufgeben? Nein. Bestimmt nicht. Hallo Fernstudium. Auf eigene Kosten und vor allem in meiner Freizeit startete ich mein FH-Vollzeitstudium der Wirtschaftsinformatik. Das 3 jährige Studium habe ich nebenbei in 4,5 Jahren geschafft. Es kostete mich nicht nur ein Kleinwagen, sondern auch meine Freunde und meinen Urlaub. Nach einem Vollzeit Vertriebstag ging es typischerweise zum Sport und danach an den Studenten-Schreibtisch bis Mitternacht. Am Wochenende konnte ich zum Glück 6-8 Stunden studieren. Abends Weggehen war nicht drin. Dann wäre der Folgetag verloren. Urlaube wurden so gelegt, dass ich damit Klausur- und Prüfungsphasen abdecken konnte. Siemens gab damals 3 Tage Sonderurlaub für persönliche Weiterbildung. Ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber ich war trotzdem dankbar.

Während der Studienzeit gab es bei Siemens wie das immer mal aller Jahre so ist einen Stellenabbau und gemäß Sozialplan – jung, ohne Kinder, ohne Verpflichtungen – stand ich ganz vorne auf der Liste. Ich wechselte also intern zur Fujitsu Siemens Computers GmbH und konnte in Erfurt bleiben. Aber mein vertrieblicher Rahmen vergrößerte sich mal eben auch auf Sachsen und Teile Sachsen Anhalts. Immerhin brauchte ich im Rahmen meines Studiums keine Praxisphase zu machen und konnte meine Diplomarbeit bei Fujitsu Siemens schreiben. Unser damaliger Deutschlandchef wurde mein Mentor. Das fand ich ziemlich cool.

Die ersten Probleme werden spürbar

Auch wenn das Fernstudium keine Selbstständigkeit im Sinne einer Unternehmensführung ist, war ein aufkommendes Problem ähnlich. Denn die Führungskräfte bei Fujitsu fanden es immer bemerkenswert wie ich das mit dem Studium nebenbei mache, ausgenommen denen, die gerade mein direkter Chef waren. Die waren immer skeptisch, ob ich denn meinen beruflichen Verpflichtungen auch vollumfänglich gerecht werden würde. Verbieten konnte es mir zwar keiner. Aber ein Beigeschmack blieb. Doch die Phase war endlich und ich war stolz als ich mein Diplom in der Hand hielt. Endlich wieder Zeit für Freunde und Urlaub. Mein Angestelltenjob hatte nie gelitten.

Meine berufliche Doppel-Laufbahn verlief lange parallel. In meiner vertrieblichen Aktivität wurde aus Fujitsu Siemens wurde irgendwann die Vertrieblerin bei Fujitsu und aus dem Vertriebsgebiet Thüringen und Sachsen wurde irgendwann Nordrhein Westfalen und verteilt auch wo anders in Deutschland. Aus Telekommunikation wurden Server und Storage Systeme und aus meinen Aerobickursen in der Ballettschule meiner Mam wurden Fitnessstudios im Ruhrgebiet wie das Elixia, das Go First, das Injoy und auch kleinere Studios. Es festigte sich das Angestellten-Konzept kombiniert mit einer freiberuflichen Nebentätigkeit – völlig schmerzfrei und harmonisch im Einklang nebeneinander. Wenn es mal eine längere Dienstreise gab, lies ich mich in meinen Kursen vertreten und gut.

Ich bin Anna-Maria Breil

Weiterbildung gab es immer

Ohne Lernen geht es für mich nicht. Es gibt so viel zu Wissen. Über die Jahre habe ich mich weitergebildet. Fujitsu bietet intern einiges an IT- und Persönlichkeits-Schulungen. Die habe ich gern mitgenommen – nicht nur weil es Pflicht ist, sondern weil ich doch immer irgendwas für mich mitnehmen konnte. Nebenberuflich habe ich mich auch weiter ausbilden lassen – natürlich auf eigene Kosten. So bin ich heute auch Pilatescoach, Lauftrainer, Fachtrainerin für Rückentraining, Faszientrainerin, Ernährungsberaterin und Food Coach. Da kommt ganz schön was zusammen.

Bis dahin passte das Konzept der Teilselbstständigkeit und ich hätte gesagt: Klar das geht immer so weiter. 

Dann kommt alles anders

Doch dann kam das Jahr 2020, dann kam Corona, dann wurde alles durcheinandergewirbelt – auch mein Business- und Lebenskonzept. Die Fitnessstudios schlossen und meine Nebentätigkeit viel weg. Ich habe ja meinen Hauptjob könnte man meinen. Doch es kam anders – viel anders. Was genau in meinem Jahr 2020 mit meinem Hauptjob und mit meinem Nebenjob aber vor allem mit meinem Mindset passiert ist, kannst Du in meinem Artikel „Jahresrückbilck 2020“ nachlesen. Das Jahr 2020 hat mein Unternehmer-Mindest völlig verändert. Und dieses Mindset wirft für mich einen komplett anderen Blick auf eine nebenberufliche Selbstständigkeit.

Anfang 2021 glaubte ich schon fast, dass ich jetzt eine richtige Unternehmerin bin und nebenberuflich angestellt. Das Werteverhältnis hat sich völlig verschoben. Mein Hauptjob fesselte mich ans Homeoffice, meine Kunden sind mit sich beschäftigt und ein Online-Meeting jagt das nächste. Der Wegfall von Reisezeit und auch der Wegfall von Sport in Studios verschaffte mir zeitlich ungeahnte Kapazität. Meine Selbstständigkeit blühte auf in der Onlinewelt. Ich gebe meine Pilateskurse online, entwickelte einen Onlinekurs „Ohne Verspannungen durch den Alltag“ der schon erfolgreich stattgefunden hat und mein Blog erhielt neues Leben.

Mein persönliches Business- und Lebens-Modell

Werde ich heute gefragt was ich beruflich mache, sehe mich als „Anna-Maria Breil“ mit verschiednen Facetten . In einer agilen Welt spricht man von einem Paradigmenwechsel. Muss man etwas hauptberuflich und etwas nebenberuflich machen? Oder darf es nicht völlig im Einklang gehen? Zu mir und meiner Persönlichkeit gehören heute eine Selbstständigkeit zu meinen Herzensthemen ohne Druck und Erfolgszwang aber auch eine Anstellung in einem großen IT-Konzern. Beide berufliche Formen haben ihre Reize und diese verbinde ich miteinander. Und sie lassen sich besser miteinander verbinden als ich dachte. Ich werde sehen wo sich das hin entwickelt. Ganz bestimmt werden weitere Veränderungen kommen. Unsere Welt ist dynamisch und als Sportler mag ich Bewegung.

Rückengesundheit

Was IT mit Rückengesundheit & Vitalität zu tun haben

In den letzten Monaten habe ich viel sinniert wie ich meine berufliche Businesswelt als Unternehmerin und Angestellte nicht nur organisatorische in Einklang bringe, sondern auch thematisch. Zu finden bin ich auf Facebook auch mit einer eigenen Facebook-Gruppe, auf Instagram, auf LinkedIn aber auch auf YouTube und Pinterest. Aber über was spreche ich da? Über IT und Ausfallsicherheit von großen Serverlandschaften? Ich könnte auch über Outourcingstrategien für große Mittelständler sprechen oder über Digitalisierung – von der ich übrigens ein absoluter Fan bin. Mir macht Digitalisierung richtig Spaß. Aber ich möchte auch über Rückengesundheit, Entspannung und Lebensfreude sprechen. Von Wohlbefinden und einem gesunden Körper. Ich möchte dazu animieren meine Pilateskurse zu besuchen (Online und Präsenz) und meine eigens entwickelten Onlinekurse zu buchen. Doch wie soll das gehen?

Ich bin mit der Antwort auf diese Frage noch nicht ganz am Ende. Vielleicht wird das mein Thema im Jahresrückblick 2021. Vielleicht hast du auch einen Rat für mich. Dann schreibe ihn gern im Kommentar. Ich freue mich darauf.

Fakt ist aber auf jeden Fall, dass ich sowohl mit meinen Pilateskursen und Onlinetrainings als auch mit den IT-Lösungen, welche ich als Fujitsu-Vertrieblerin verkaufe, für Entspannung und Wohlbefinden im Alltag meiner Kunden und Teilnehmer sorgen möchte. Das ist meine persönliche Mission, egal ob als Selbstständige oder als Angestellte.

Voraussetzungen für dieses Business-Modell

Vermutlich sagen sich Viele, dass das so nicht gehen kann. Ich sage: Ja. Doch. Es geht. Natürlich brauchst du Selbstdisziplin und organisatorisches Geschick. Und natürlich brauchst du Leidenschaft, eine Unternehmerpersönlichkeit im Herzen und persönliche Agilität. Rein formal brauchst du eine Genehmigung für eine Nebentätigkeit bei Deinem Arbeitgeber und eine angemeldete Selbstständigkeit (oder Gewerbe) beim Finanzamt. Alles andere passiert in deinem Kopf, in deinem Mindset und deiner inneren Einstellung.

Der Tag hat 24 Stunden – zumindest meiner. Eine Woche hat somit 168 Stunden. Davon gehen etwa 56 Stunden für Schlaf drauf und 36 Stunden gehören vertraglich der Fujitsu. Da bleiben 74 Stunden für alles Mögliche. In diesen 74 Stunden jede Woche – durch Feiertage und Urlaubstage ist es noch mehr – passen Hobbies rein, das Schreiben eines Buch, Freizeit, Familie, Freunde oder sogar noch in ganzer Vollzeitjob. Also warum in aller Welt nicht auch eine Selbstständigkeit?

Pro & Contra zum Doppel-Leben

Wie alles im Leben gibt es auch für dieses Modell ein Für und ein Wieder. Ich habe die Pro und Contra Argumente, welchen ich begegne gesammelt und stelle sie dir hier gegenüber:

Pro

  • Fujitsu profitiert von meiner Erfahrung als Unternehmerin
  • Privat finanzierte Coachings für meine Selbstständigkeit (zum Beispiel im Marketing) kommen auch meinem Vertriebsjob bei Fujitsu zu Gute
  • Meine persönliche Motivation steigt ungemein. Mein Herzensbusiness (Rückengesundheit und Vitalität) puscht meine Energie als Vertrieblerin
  • Meine Sichtbarkeit in sozialen Medien fördert beide Jobs
  • Kunden sehen mich als Persönlichkeit und arbeiten viel lieber mit mir als Mensch
  • Mein körperlicher Ausgleich im Pilatestraining stärkt meine Wiederstandkraft und Gesundheit, was auch der Fujitsu zu Gute kommt

Contra

  • Terminkonflikte sind vorprogrammiert. Es braucht einen ebenso agilen Chef, um sich reibungslos organisieren zu können
  • Unternehmerisches Handeln im Konzern ist nicht immer leicht
  • getrennte Mailsysteme, E-Mailadressen und Webseiten 

 

Welche Aspekte siehst du noch? Lass es mich im Kommentar gern wissen.

Mein Fazit

Ich bin nicht „Selbstständig in Teilzeit“ oder „Angestellte mit Nebenjob“. Ich bin Anna-Maria Breil und ich lebe mein Business- und Lebensmodell sowohl als Angestellte der Fujitsu als auch als Unternehmerin. Jeder kann sein eigenes Modell finden ob mit Fernstudium, Kind oder verschiedenen Jobs. Jeder hat es selbst in der Hand. Agile Modelle sind für die Zukunft gemacht. Starre Strukturen waren gestern.

Magst Du nach diesen langen Ausführungen trotzdem noch mehr zu mir erfahren wollen, lade ich Dich ein, auf meiner Website oder in meinem Blog zu stöbern oder gar meinen Pilateskurs unverbindlich und kostenfrei auszuprobieren. Auch als Fujistu-Vertrieblerin kannst du mich über eine Mini-Landingpage erreichen.

Danke auch an dieser Stelle an Beatrice Krammer. Ihr Aufruf zur Blogparade war der Anstoß, diesen tollen Artikel zu schreiben. Ich hoffe, dass ich auch andere damit ermutigen kann, ihr eigenes Modell zu leben und ihr Glück selbst in die Hand zu nehmen.